Internationaler Wettbewerbserfolg für Detmolder Studierende
Detmold. Beim Internationalen Violinwettbewerb „Henryk Szeryng“ in Toluca City, Mexiko, erspielte sich die erst 13-jährige Lara Boschkor einen 1. Preis. In vier Runden setzte sich die junge Geigerin gegen teilweise sehr viel ältere Teilnehmer durch. Beim finalen Konzert, in dem die drei Besten, begleitet vom „State of México Symphony Orchestra“, um die Platzierung spielten, konnte sie die Fachjury von ihrem Können überzeugen. Der Preis ist mit 28.000 US Dollar dotiert und wird Konzerteinladungen zur Folge haben. Lara Boschkor wurde bereits mit acht Jahren am Pre-College Cologne der Hochschule für Musik Köln aufgenommen, inzwischen ist sie Jungstudierende bei Professor Koh Gabriel Kameda an der Hochschule für Musik Detmold und Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben.
Eine weitere Studentin von Professor Kameda, die Engländerin Jeanine Thorpe, 23 Jahre, errang in Mexiko den dritten, mit 12.000 US Dollar dotierten Preis.
Kurt Redel verstorben
Am Dienstag, 12. Februar, ist der Flötist und Dirigent Kurt Redel in München verstorben. Redel, der Vater des späteren Kompositionsprofessors und Rektors der Detmolder Hochschule für Musik Martin Christoph Redel, war selbst Professor für Flöte an der "Nordwestdeutschen Musikakademie". Kurt Redel wurde 94 Jahre alt.Redel studierte am Konservatorium in Breslau Orchesterleitung, Flöte, Violine, Komposition und Musikgeschichte. Im Alter von 20 Jahren wurde er Soloflötist der Meininger Landeskapelle. Noch im selben Jahr erhielt er eine Professur für Flöte am Salzburger Mozarteum. Drei Jahre später, 1941, ging Redel als Soloflötist zum Bayerischen Staatsorchester nach München, bevor er unmittelbar nach der Gründung der neuen Musikhochschule in Detmold hier eine Flötenklasse übernahm. 1952 gründete er, parallel zu seiner Detmolder Aktivität, in München das Kammerorchester "Pro Arte", mit dem er zahlreiche Konzerte gab und preisgekrönte Plattenaufnahmen machte, vor allem mit Werken von Bach, Telemann, Haydn und Mozart. Zwanzig Jahre lang war er Leiter des von ihm gegründeten Osterfestivals in Lourdes, daneben arbeitete er mit vielen bedeutenden Orchestern Europas. Für sein Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrmals den "Grand Prix du Disque", den "Prix Orphée" der Pariser Oper, den "Grand Prix Edison" in Amsterdam und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Redel war "Commandeur dans l'Ordre National des Arts et Lettres" und Mitglied der "Académie des Sciences, Arts et Belles Lettres d'Aix en Provence". 1956 verließ Kurt Redel die Detmolder Hochschule.Die Hochschule für Musik Detmold hält ihren renommierten Kollegen aus der Frühzeit ihrer Existenz in ehrendem Angedenken.
Hochschule trauert um Dietrich Manicke
Der Komponist Dietrich Manicke verstarb in diesen Tagen in Detmold. Manicke war 26 Jahre lang einer der markantesten Lehrer der Nordwestdeutschen Musikakademie – wie die Detmolder Hochschule für Musik in ihrer ersten Phase hieß.Manicke kam 1960 an die Hochschule. Er hatte selbst in Dresden und Berlin Komposition und Musikwissenschaft studiert und sich nach seiner Promotion zum Beginn seiner Detmolder Zeit bereits einen Ruf als Komponist erworben, dessen Werke trotz ihrer zeitgenössischen Tonsprache nie den Boden der Fasslichkeit verließen. Für ihn war Musik "... nicht ein Ergebnis lebensferner Spekulationen und Ideologien".Manicke war zum Zeitpunkt seines Amtsantritts in Detmold hochschulpädagogisch bereits erfahren: Er hatte zu Beginn der fünfziger Jahre als Dozent für Musiktheorie an der Deutschen Hochschule für Musik Berlin gelehrt und später an der Berliner Kirchenmusikschule. 1967 wurde Manicke in Detmold zum Professor ernannt. 1986 erfolgte seine Emeritierung. Manicke, dessen Unterrichtsstil durch Esprit und Humor bestach, fasste seine musikästhetischen Prinzipien in mehreren Lehrbüchern zusammen. Für sein kompositorisches Schaffen erhielt er den „Carl-Maria-von-Weber-Preis“ der Stadt Dresden sowie den „Johann-Wenzel-Stamitz-Preis“ der Künstlergilde. Sein Oeuvre hat einen deutlichen Schwerpunkt in geistlicher Musik sowie in der Kammer- und Orchestermusik. Die Kompositionen aus seiner Feder wurden bei weltweit führenden Verlagen ediert.
Die Hochschule für Musik Detmold denkt in diesen Tagen voller Hochachtung und Dankbarkeit an ihren verdienten Lehrer und Kollegen.
Hohe Auszeichnung für Frackiewicz
Akkordeonist Maciej Frackiewicz, der sich an der Demolder Musikhochschule in der Klasse von Prof. Grzegorz Stopa auf sein Konzertexamen vorbereitet, wurde mit dem begehrten polnischen Kulturpreis "Paszport Polityki" in der Kategorie E-Musik ausgezeichnet. Die Gala in Anwesenheit der polnischen Politik- und Kunstprominenz fand am 15.01.2013 in der Warschauer Nationaloper statt und wurde live im Fernsehen übertragen. Frackiewicz erhielt seine Auszeichnung aus Sicht der Jury "für eine reife und ausdrucksstarke Interpretation Neuer Musik, d. h. für den Mut, die Risikobereitschaft und die Konsequenz im Aufbau Neuer Literatur für sein Instrument".
Die Auszeichnung "Paszport Polityki" ist ein polnischer Kulturpreis, der seit 1993 durch das Wochenmagazin "Polityka" in den Kategorien Literatur, Film, Theater, Klassische Musik, Popmusik und Bildende Künste an die bedeutendsten jungen Künstler unserer Zeit verliehen wird..
Und noch ein Tipp:
Detmold. Freie Konzerte der HFM Detmold nicht nur für Spezialisten.
Fast jeden Tag gibt es für Musikinteressierte Konzerte der Studierenden mit Diplom- oder Masterabschluss für fast alle Instrumente bei meistens freiem Eintritt. Eine tolle Einrichtung. Es lohnt sich das Konzertprogramm der HFM zu studieren unter
http://www.hfm-detmold.de/konzerte